Ausstellung

Barbara Walker, Backdrop (Hintergrund), 2018, Graphit auf geprägtem Papier, 61 x 47cm

Barbara Walker, Backdrop (Hintergrund), 2018, Graphit auf geprägtem Papier, 61 x 47cm
 

 
In der Ausstellung ‚ZEICHEN‘ machen drei sehr unterschiedliche und internationale künstlerische Positionen das Thema differenziert erfahrbar:

Alexander Schellbach (*1976 in Blankenburg, lebt in Leipzig) nähert sich der Industriekultur seiner ostdeutschen Heimat über Landschaftsbilder an, die er mit surrealen Eingriffen manipuliert. Seine Serie ‚Blühende Landschaften’ zeigt zerfallende Fabrikgebäude, in welche er zuweilen seine an Motoren erinnernden Keramiken, die ebenfalls in der Ausstellung gezeigt werden, einbeschreibt. Schellbachs Arbeiten sind Dokumente des gesellschaftlichen Wandels und Zeugnisse seiner Auswirkungen.

Barbara Walker (*1964 in Birmingham, lebt in Birmingham) dokumentiert in ihren Zeichnungen den Beitrag schwarzer Soldaten in den Auseinandersetzungen des ersten und zweiten Weltkriegs, deren Geschichten immer wieder vergessen und verdrängt wurden. Als aktive Kombatanten in fast allen Kriegsparteien vertreten, waren People of Colour doch nie Teil der offiziellen Erzählungen. Walkers Fokussierung setzt hier neue Akzente und fordert eine Korrektur unserer tradierten Wahrnehmung.

Tim Wolff (*1976 in Dumbrăveni/Elisabethstadt, lebt in Wien) skizziert seine Themen in äußerst konzentrierter Form. Einige wenige Linien genügen ihm für seine reduzierten Darstellungen – fast schon möchte man sie als Chiffren bezeichnen. Für die Ausstellung wird er im Lichthof der MEWO Kunsthalle eine Zeichnung dreidimensional umsetzen. Diese Raumzeichnung bildet wirkmächtig die Flaggen, Banner und Transparente einer politischen Demonstration ab.

So verschieden die in dieser Ausstellung entstehenden ‚Bilder’ sind, so vergleichbar ist doch ihre erzählerische Intention, ihre Zeichenhaftigkeit.