Ausstellung

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Amadeus Certa: Dreams of Lore

28.10.2023 — 10.3.2024 (verlängert!)

Eröffnung Freitag, 27.10.2023, 19 Uhr | Eintritt frei
Künstlergespräch Donnerstag, 25.1.2024 2023, 19 Uhr

Gemälde einer landschaft mit Wiesen und Feldern im Vordergrund, in der Ferne ein Dorf mit Kirche und schneebedeckte Berge

Amadeus Certa, Son Goku (Zewa), 2016-2022, 28 × 26cm, Öl und Küchenpapier auf Leinwand

Die Rückseite eines gerahmten Bildes, das ursprünglich ein Schild für das Städtische Museum mit den Öffnungszeiten in gebrochener Schrift war

Amadeus Certa, Piccolo, 2021, 75 × 105cm, Tusche auf Leinwand

Das Prtrait einer Frau mit einem Pelzmantel und einem  Hut, der mit einer riesigen Schleife gehalten wird

Amadeus Certa, only judge can god me, 2022, 125 × 105cm, Tusche und Lack auf Leinwand

Spätestens seit den 1990er Jahren fanden asiatische Comics auch in Europa Verbreitung. Das Fernsehen trug vor allem zur Bekanntheit der Animes bei. Zusammen mit Mangas gehören sie heutzutage zum Kanon der Popkultur und sind allgegenwärtig.

Amadeus Certa gehört zu jener Generation, die mit diesen Comics aufgewachsen ist. Die Einflüsse auf seine Malereien und Zeichnungen sind vielfältig, ohne dabei in reines Zitieren zu verfallen. Certa zeigt Figuratives und Abstraktes, fantastische Wesen und ausdrucksstarke Charaktere. Ihre Ästhetik ist längst fester Bestandteil unserer Bildwelt und des Repertoires zeitgenössischer Kunstschaffender geworden.

Für Certa ist das Malen eine mentale, eine geistige Handlung. Das intensive Eindenken ist zentral für den künstlerischen Prozess. Der eigentliche Malakt geht bisweilen schnell von der Hand. Dabei gibt es zwar einen Ausgangspunkt, aber kein konkretes Ziel. Jeder Schritt im Bild gibt den nächsten vor, wenn auch nicht unbedingt den nächstlogischen. Ein distanzierter Blick ist notwendig, um mitunter das genaue Gegenteil ins Bild einfließen zu lassen. Es ist ein Ringen mit dem Werk, ein Ausloten konträrer Elemente. Diese Spannungen sind es, wonach das Bild verlangt. Der Ausdruck folgt einer inneren Notwendigkeit, nicht aber die Wahl der motivischen und technischen Mittel. Das gilt für das Einzelbild genauso wie für das Gesamtwerk. Dementsprechend groß ist die Bandbreite der malerischen Techniken, die von Öl und Tusche über Grafit bis hin zu Textil- und Sprühfarbe reichen.

Auch das Tätowieren ist nicht nur Inspiration, sondern eigenständiges Medium, das einen gesteigerten Stellenwert im Schaffen des Künstlers einnimmt. Symbole, Zeichen und Statements sind auf Haut gebannter Ausdruck eines Gefühls oder einer Erinnerung. Auch hier bedient sich der Künstler keiner Vorlagen oder Blaupausen. Es ist ein Schaffensakt für sich, den er langsam und kontrolliert, Punkt für Punkt ohne Maschineneinsatz umsetzt. Auch die Auswahl der Körperstelle kann zu diesem Prozess gehören. Der Körper gibt vor, an welcher Stelle sich das Werk befinden wird und wie die Gegebenheiten des Körpers Form und Richtung bestimmen. Für seine Ausstellung in der Kunsthalle realisiert er eine besondere Hängung, die die Wände als Malgrund mitdenkt.

Amadeus Certa (* 1992 in Mannheim) schloss das Studium der Malerei und Grafik an der Kunstakademie Düsseldorf mit Auszeichnung und 2016 als Meisterschüler von Prof. Siegfried Anzinger ab. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf..