Ausstellung

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Blick in die Sammlung IV

Josef Madlener: Welten

29.9. — 22.11.2026

Zeichnung mit einer nackten Figur mit einem bunten Umhang und einer bunten Kopfbedeckung, die mit erhobener rechter Hand den Betrachter anblickt.

Josef Madlener, Jesus, 1954,
© MEWO Kunsthalle Memmingen

Immer wieder beschäftigen uns mit dem Werk von Josef Madlener. Es ist faszinierend und merkwürdig zugleich.

Die kleinen Einblicke in die Sammlung beschäftigen sich in diesem Jahr fortlaufend mit dem Werk Josef Madleners. In diesem Kabinett präsentieren wir Arbeiten, die bislang noch nicht so häufig oder nie in der MEWO Kunsthalle zu sehen waren.

Die hier präsentierten Kreide- und Gouache-Zeichnungen aus den 1950er Jahren wurden bisher im Stadtmuseum verwahrt und sind erst kürzlich, im Rahmen der Sammlungsbereinigung, an die MEWO Kunsthalle übergeben worden. Die Motive haben häufig nichts mehr mit der direkten Erlebniswelt des Künstlers zu tun. Die Referenzen liegen im Mystischen oder auch im alten Ägypten.

In einer, auf der Rückseite als Licht und Finsternis bezeichneten, zweiteiligen Arbeit, steht eine junge Frau – das Licht – im Strahlenkranz und mit Blumengebinde, einem mit einer Schlange kämpfenden Mann – der Finsternis – gegenüber. Madlener versucht hier seine Malweise den Inhalten anzupassen. Während die junge Frau in einem Blumenmeer steht und abstrakte Linien sie kreisend umgeben, werden die Formen um den kämpfenden Mann schroffer und die Palette gedämpfter.

Doch immer wieder verbinden sich die Themen, fast als ob Madlener die einen Zeichnungen als Kostümstudien für die anderen verwendet hätte. Die gegenüberliegenden, gerahmten, schwarz-weiß Zeichnungen könnten als Jesus und Maria gelesen werden, doch ihre Kleidung unterscheidet sie kaum von den „ägyptisch"-anmutenden Fantasie-Gestalten.

Und dann ist da „JESUS", ganz offensichtlich eine junge, barbusige Frau – wieder ein Bild, das man dem fast schon fanatisch religiösen Josef Madlener nicht zugetraut hätte.

Josef Madlener (16.4.1881 in Amendingen – 17.12.1967 in Amendingen) studierte, nach einer Lehre als Dekorationsmaler in Memmingen, an der Kunstgewerbeschule und hernach an der Akademie der Bildenden Künste in München. Mit vorwiegend ländlichen und weihnachtlichen Motiven verzeichnete er als Maler schnell Erfolge und nahm an zahlreichen Ausstellungen teil. Schon früh beschäftigte er sich zudem mit Religion, Okkultismus und Parapsychologie.
Der Nachlass von Josef Madlener gehört zum Bestand der MEWO Kunsthalle, er wird hier kunsthistorisch bearbeitet und durch Ausstellungen wie auch Publikationen erschlossen..