Ausstellung

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Markus Mehr / Florian Jung: SUPRA

28.3. — 12.7.2026

Eröffnung Freitag, 27.3.2026, 19 Uhr | Eintritt frei

sieben im Kreis angeordnete Lautsprecherboxen auf Ständern in einem leeren, großen Raum, der wie eine Fabrikhalle wirkt

SUPRA, Foto: Toni Bihler

eine offene Lautsprecherbix aus Holz in der moosartige Pflanzen wachsen

SUPRA, Foto: Toni Bihler

Im Fokus der Klanginstallation SUPRA stehen die komplexen Wechselbeziehungen in der Natur, die rätselhaften Kommunikationen zwischen den Spezies. Ein Baum ist nicht allein Holzlieferant oder Schattenspender, er ist Teil eines umfassenden Öko-Systems gegenseitiger Abhängigkeiten. Die Erde insgesamt ist ein interagierender Bioreaktor und alle Lebewesen darauf sind geborene Netzwerker. Selbst im Weltraum reagieren Objekte aufeinander, beeinflussen sich physikalisch oder chemisch. Wann immer Elemente aus der Natur aufeinander reagieren oder sich ermöglichen, entsteht ein vielteiliger Supraorganismus. Menschen versuchen dieses Gefüge aus Wechselwirkungen immer wieder zu manipulieren, um eine höhere Wirtschaftlichkeit zu erzielen. In der irrigen Annahme, es zu verbessern, greifen sie in dieses System ein. Die Folgen sind fatal.

SUPRA ist eine auditive Plastik, welche diese natürlichen Interaktionen als Ausgangsmaterial verwendet, sie künstlerisch verarbeitet und verfremdet, um sie zu einer assoziativen Klangerzählung zu verbinden. Behutsam angeordnete Phonographien, Found Sounds und synthetisch komponierte Klangmaterialien erzeugen aurale Milieus deren digitale Manipulationen neue Verschränkungen erlauben. SUPRA ist eine Hommage an die unerschöpfliche Vielfalt der Natur und Ausdruck der Hoffnung, diese neu wahrzunehmen.

Das von Florian Jung entworfene Boxensystem bildet ein skulpturales Klanghabitat, welches von den Besucher*innen stehend, sitzend oder in Bewegung erfahren werden kann und ergänzt damit den konzeptionellen Ansatz um ein weiteres Element. Das einsehbare Holzgehäuse macht dabei nicht nur die Technik sichtbar; das in der Box kultivierte Pflanzenmaterial (Moose, Flechten, Efeu) verwächst sogar mit dem Hightech-Innenleben des Schallüberträgers. Es dient sowohl tontechnischen Aspekten (Dämmung, Diffusion) als auch der thematischen Fortführung von SUPRA. Die einzigartige Konstruktion veranschaulicht die makellose Vollständigkeit organischer Ressourcen und den unaufhaltsamen Drang des Menschen, diese nach seinen Ideen zu perfektionieren.

Markus Mehr (*1965 in Augsburg) und Florian Jung (*1989 in Waiblingen ) arbeiten und leben in Augsburg. Markus Mehr ist autodidaktischer Komponist für experimentelle Musik, Florian Jung ist audiophiler Physiker.