28.2. — 21.6.2026
Eröffnung Freitag, 27.2.2026, 19 Uhr | Eintritt frei
Ausstellungsansicht: ‚Van Stof Tot Asse‘, 2011, Galerie de Ziener, Asse (BEL)‹
Frauke Wilken, o.T., 2025, Gewebe und Farbe, 69 × 32 × 28 cm (Detail)
Frauke Wilken spielt mit den Erwartungen und den Fantasien der Betrachter*innen. Oftmals sind ihre Skulpturen simple Objekte, die zunächst aus Stoff genäht und dann befüllt werden und deren Oberflächen in der Folge mit Farben und Lacken bearbeitet werden. Zur Skulptur werden sie durch ihre Positionierung auf Sockeln oder im Raum, und durch ihre Oberflächen, welche die Materialität fixieren – meist sind sie sehr viel leichter als sie aussehen. In der Anschauung dann werden die organischen Formen zu Körpern oder Gliedmaßen, einzelne Objekte werden als menschlich oder als tierisch wahrgenommen – als nackt, verhüllt, als vollständig oder fragmentiert. Oberflächen sind ihr wichtig – die Körper selbst, ihre Verhüllung oder auch die sie verdeckenden Haare.
Seit über dreißig Jahren verhandelt Frauke Wilken in ihrem künstlerischen Werk unterschiedliche Aspekte von Körperlichkeit. Ihre Arbeiten erkunden die bisweilen großen Unterschiede zwischen der Darstellung und ihrer Wahrnehmung. Auch bei den Materialien, die sie verwendet, hält sie nicht an Konventionen fest. Sie festigt Gewandfalten mit Kunstharzen und Metallic-Lacken, überzieht Kunsthaar mit Gewebe und Farbe, nutzt aber gelegentlich auch Beton oder Bronze.
In jüngerer Zeit wendet sie sich wieder mehr der Malerei zu. In den drei in der Ausstellung gezeigten Großen Turbulenzen erscheinen als zu Objekten gebundene Haarstränge, die aber ebenso Darstellungen von Strömungsmuster gelesen werden könnten.
Frauke Wilken (*1965 in Göttingen) hat Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig sowie an der Facultat de Belles Arts der Universitat de Barcelona (ESP) studiert. Seit 1992 lebt und arbeitet sie in Köln.